Ukete, Model, Bunny, Passiv

… all das sind Bezeichnungen für die Person, welche gefesselt wird. Sie haben alle ihre Daseinsberechtigung und letztlich darf ja auch jeder den Partner bezeichnen wie er möchte, so lange es konsensuell ist. Wobei ich mich mit dem Begriff Passive(r) im Seil wirklich schwer tue, denn Fesseln ist ja etwas, was man gemeinsam macht, wobei beide Seiten geben und nehmen. Nach meinem Verständnis kann da niemand passiv sein, einzig nur wenn man von der reinen Seilführung ausgeht. Eine Person führt das Seil, die andere empfängt es. Aber auch dabei sperrt sich in mir alles, ich bitte um Verzeihung.

Das Wort Ukete bedeutet wörtlich übersetzt „empfangende Hand“ und meint damit die empfangende Person (geschlechtsneutral), also die, die gefesselt wird. Wahrscheinlich ist dies der korrekte Begriff, ich muss aber an dieser Stelle gestehen, ich bin da zu sehr Europäer. In meinem Kopf klingt das einfach nicht sexy und so bitte ich erneut um Verzeihung.

Bunny oder Rope-Bunny sind für mich Begriffe, die mich an Frauen aus einschlägigen Magazinen erinnern. Gerade wenn Männer sich dann als Bunny bezeichnen zucke ich zugegebenermaßen innerlich zusammen. Zu Beginn meiner Zeit des Fesselns habe ich diesen Begriff auch genutzt, inzwischen ist dies für mich schlichtweg nicht mehr okay und nicht mehr zeitgemäß, es klingt in meinem Kopf einfach nur abwertend. Nochmals, Verzeihung.

Als mein Weg im Naka-inspiriertem Fesseln begann, sprach man im Privatunterricht und in den Workshops auf einmal von Models. Ich weiß, dass es auch Menschen gibt, die diesen Begriff negativ empfinden und das kann ich auch nachvollziehen. Aber für mich ergibt das so viel Sinn, wenn man schaut, woher Naka-san kommt. Er fesselt für Shows, Videos oder Bilder. Dabei ist nicht er der Star, sondern das Model. Es geht in seinem Stil auch sehr viel um Ästhetik, umso passender wird der Begriff für mich. Verzeihung

Ich glaube, in unserem Sprachgebrauch wäre Partner oder Partnerin der richtige Begriff. Partnerschaften bestehen aus mindestens zwei Personen mit einem gemeinsamen Interesse, wenn man es mal so sprachlich runterbrechen möchte. Ich kann da auch nichts Negatives finden, einzig dass sich möglicherweise non-binäre Personen gestört fühlen könnten.

Wahrscheinlich gibt es noch viele andere Bezeichnungen und klar, je nachdem in welchem Umfeld man sich befindet, nimmt man auch die Sprache dessen an. Aber wie bereits eingangs geschildert, jeder darf sich und seinen Partner nennen, wie er möchte, so lange es konsensuell ist.